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Historie

Der Schiffbau in Emden findet erstmals 1472 Erwähnung. Der erste Standort der Cassens-Werft geht auf eine Gründung aus dem Jahre 1682 zurück, als man dieses Areal dem Großen Kurfürsten zur Anlage der sogenannten „BRANDENBURGER WERFT“ zur Verfügung stellte. Nach einem Eignerwechsel 1751 hieß die Werft „ZUM PREUSSISCHEN ADLER“, bis sie 1875 von dem aus Ihlowerfehn stammenden Schiffbaumeister Cassen Cassens und dem Emder Schiffbaumeister Klattendorf erworben wurde und den Namen CASSENSSCHE WERFT erhielt. 1881 lieferte sie mit einer 169 BRT großen Schonerbrigg ihren ersten Neubau. Ab Mitte der achtziger Jahre baute sie zwei bis vier Segellogger jährlich, später solche mit Dampfantrieb und Besegelung. Gaffel- und Lotsenschoner sorgten gelegentlich für Abwechslung. Die Werft schaffte 1902 mit dem Umzug an den heutigen Standort die Umstrukturierung von der reinen Holzschiffswerft zur industriellen Stahlschiffswerft mit Maschinenbau, ohne die handwerkliche Prägung ganz aufzugeben. Der 1899 eröffnete Dortmund - Ems - Kanal sorgte nicht nur für neue Kundenkreise, sondern nach dem ersten Weltkrieg auch für eine Partnerschaft. Die als Verkehrsträger für den Dortmund-Ems-Kanal gegründete Westfälische Transport AG (WTAG) nutzte die Cassens Werft als Reparaturbasis für ihre mehr als 100 Schiffe umfassende Kanalflotte. Das 1936 aus Stettin angekaufte Schwimmdock mit 1000 to Hebefähigkeit konnte nach Reparaturen schon 1945 wieder in Betrieb genommen werden.






Wiederaufbau, Gegenwart und Zukunft

1956 platzierte die WTAG, die im gleichen Jahr auch Alleineigner wurde, den ersten Neubauauftrag nach langer Pause. Bis Anfang der sechziger Jahre dominierten Binnenschiffe die Ablieferungsliste, dann folgten Schlepper, Kümos, Fähren und Spezialschiffe. 1972 wurden die im Besitz der VEBA befindlichen Werften - die WTAG gehörte über die Stinnes Reederei dazu - zur Werftunion GmbH & Co zusammengefasst. Von den sechs Werften war Cassens die Größte. Cassens entwickelte sich immer mehr zur Seeschiffswerft, insbesondere nachdem 1979 ein Teil des Geländes der benachbarten Werft von Schulte & Bruns übernommen werden konnte. Im Jahre 1992 erfolgte eine Änderung der Gesellschafterstruktur bei Cassens, die einerseits über die Werftunion Verwaltungs GmbH in Bodenwerder den Verbund zwischen der Cassens - Werft, den Arminius Werken sowie der Weserwerft wieder entstehen ließ, andererseits durch die Aufnahme der russischen Gesellschafter White Sea & Onega Shipping Company in Petrozavodsk, sowie der North Western Shipping Company in St. Petersburg, neue Perspektiven im Hinblick auf den russischen Markt eröffnete, der die Zukunft der Cassens-Werft entscheidend beeinflussen sollte.

Durch den Ausstieg der Weserwerft aus dem Werftenverbund und der gleichzeitige Einstieg der Hitzler Werft im Jahre 2001, hatten wir eine Werft dazu gewonnen, die eine lange Erfahrung im Binnengüterschiffbau mit sich bringt.

Durch den neu entstandenen Werftenverband und die enge Zusammenarbeit, war es möglich für jede Schiffsgröße bis 12.000 tdw die optimale Lösung anzubieten. Auch im Industrie- und Anlagenservice arbeiteten alle drei Betriebe eng zusammen. Über ihre drei Standorte Lauenburg, Emden und Bodenwerder konnten sie in Norddeutschland nahezu flächendeckend die Kunden bedienen.


Unser Neubaufertigungsprogramm umfasste:
Schlepper, Passagierschiffe / Yachtcruiser und Inselfähren, Gastanker, Schubboote und Versorger sowie komb.Fracht- Fahrgastschiffe, Forschungsschiffe, Tonnenleger, Fluss-Seeschiffe, Mehrzweckfrachter und Containerschiffe.

Neben diesen Neubauten konnten durch die vorhandenen Schwimmdocks von 5000 und 1500 t in den letzten Jahren große Umbauten und Reparaturen durchgeführt werden, wie:

  • Umbau eines Flusspassagierschiffes zum Hotelschiff
  • Umbau und Generalüberholung eines Flusspassagierschiffes
  • Umbau eines Rohrlegers für die Europipe
  • Umbau und Modernisierung von 7 Flussbinnenschiffen zu Fluss/Seeschiffen

Weiterhin war die Cassens Werft in Russland im Rahmen eines Jointventures an 2 Werften in Petrozavodsk und Rostov on Don beteiligt.
Die schwierige weltwirtschaftliche Lage im Schiffbau, der preisliche Druck aus Asien und der „11.September 2001“ führten zu Engpässen und Auslastungsschwierigkeiten, so dass die Schiffswerft und Maschinenfabrik Cassens GmbH im Juni 2003 Insolvenz anmelden musste.




Neugründung

Die Cassens Werft GmbH ist daraufhin neu gegründet worden und aus der traditionsreichen „Schiffswerft und Maschinenfabrik Cassens GmbH“ hervorgegangen. Eine Werft die sich mit neuen Strukturen in der betrieblichen Organisation, einer hohen Kundenorientierung, sowie dem eingeführten Qualitätsmanagementsystem nach der Norm ISO 9001 den Anforderungen auf dem Weltmarkt stellt. Die steigende Nachfrage nach Containerschiffen und Multipurpose-Schiffen sorgte für eine Vollauslastung der Werft und einen Auftragsbestand, der ursprünglich bis ins Jahr 2011 reichen sollte. Die mit der Finanzkrise einher gehende Wirtschaftskrise machte allerdings auch vor der Schifffahrt und dem Schiffbau nicht halt, so dass ein Containerschiff im Sommer 2008 drohte, bei Ablieferung nicht finanziert zu werden, woraufhin ein Insolvenzverfahren unvermeidlich wurde. Wenngleich diese Situation unerwartet eintrat, schaffte sie doch die Voraussetzung für eine erneute Neuausrichtung der Werft, die mit Beginn des Jahres 2009 erfolgt.



Die Aktivitäten der Cassens Werft werden künftig in 3 Sparten aufgeteilt.

Reparatur
Die Cassens Werft hatte bereits in den vergangenen Jahren eine deutlich verbesserte Auslastung im klassischen Umbau- und Reparaturgeschäft. Durch die veränderte Gewichtung der Geschäftstätigkeit wird dieser Bereich mittelfristig noch weiter ausgebaut werden.


Schiffsneubau
Die Cassens Werft ist in der Vergangenheit eine der flexibelsten deutschen Werften auf dem Gebiet der Seeschiffsneubauten gewesen. Zuletzt hat man sich neben dem Markt kleiner, hochwertiger Kreuzfahrtschiffe auch im Bereich Containerschiffe etabliert, und dort enormes Know - How angesammelt.

Das neue Konzept sieht vor, hoch qualifizierte Neubauten als Einzel- oder Prototypen zu entwickeln und je nach Marktlage auch Kleinserien in Kooperation mit ausländischen Werften zu vermarkten. Neben Fahrgast- und Containerschiffen kommen hier insbesondere Kreuzfahrtschiffe oder weitere Spezialschiffe in Betracht, bei denen die Cassens Werft von ihrem Know How -Vorsprung profitieren kann.

Stahlbau
Durch die hervorragende Lage der Cassens Werft im Seehafen Emden mit direktem Gleis- und Autobahnanschluss soll der sogenannte „Schwere Stahl“ auf der Cassens Werft entwickelt werden. großvolumige und schwere Bauteile können direkt am Wasserweg produziert und transportiert werden.
Cassens Werft GmbH
II. Hafeneinschnitt
26723 Emden

Telefon: +49 4921 827-0
Telefax: +49 4921 827-226
E-Mail: info@cassens-werft.de